Arge Schälschäden in der Region: Waldbesitzer fordern Gegenmaßnahmen

Rotwild sorgt für Diskussionen

Gailtal – Der Überbestand an Rotwild führt gebietsweise zu argen Schälschäden. Waldbesitzer fordern von den Jägern wie von der Behörde Gegenmaßnahmen. Das Gailtal Journal bat den vierfach betroffenen Mauthener Raphael Gressel als Wald- und Eigenjagdbesitzer, Jäger und Jagdfunktionär zum Interview.

Der Mauthner Raphael Gressel spricht offen über die Problematik© KK

Gailtal Journal: Warum gibt es zuviel Rotwild, wurden da Abschusspläne nicht eingehalten oder sind die Abschusspläne unrealistisch?

Gressel: Ich persönlich bin der Meinung, dass die Abschusspläne weniger mit den hohen Rotwildständen zu tun haben, zumal diese ja kontinuierlich angehoben und auch von mehreren Stellen in ihrer Erstellung und in ihrer Durchführung kontrolliert wurden und werden. Es hat in den vergangenen Jahrzehnten eine bewusste wie unbewusste Aufhege des Rotwildes unter Zustimmung aller beteiligten (Forstbehörde, Grundbesitzern, etc.) stattgefunden, da jeder das Rotwild haben wollte. Wenn es aber eine Aufhegephase gibt, hat man die Möglichkeit einer Rückhegephase. In dieser befinden wir uns gerade.

Einerseits gibt es in der Schonzeit Stöberjagden mit dem klassenlosen Abschuss, andererseits werden Jäger bei Fehlabschüssen bestraft, warum?

Stöberjagden in der Schonzeit, bei denen männliches Rotwild klassenlos erlegt wird, sind im Bezirk Hermagor die absolute Ausnahme sowie letzte Maßnahme und sollen dies in Zukunft auch bleiben. Sie unterliegen strengsten Auflagen (Tierschutz, Wildbiologie, Waidgerechtigkeit). Ich sehe darin aber keine Jagd im eigentlichen Sinn sondern eine reine Forstschutzmaßnahme. Diese außergewöhnlichen Maßnahmen sind auch nicht im Interesse der Jägerschaft, vor allem, sie sind auch nicht zur Erbeutung von Trophäen gedacht. Es ist der Wunsch der großen Masse der Jäger, das Rotwild strukturiert innerhalb der Schusszeit zu bejagen. Was grobe Fehlabschüsse anbelangt gilt für mich, dass jeder Jäger geschult ist und in der Lage sein sollte, das Alter eines männlichen oder weiblichen Stückes, egal bei welcher Art, einschätzen zu können. Sollte das situationsbedingt nicht möglich sein oder ist das Alter unklar ersichtlich, so muss man den berühmten „Finger halt gerade lassen“ und sich an der Beobachtung erfreuen.

Die Waldbauern schimpfen wegen Wildschäden, sind sie tatsächlich so arg?

Ich selbst versuche den Wald durch Mischbaumarten und Bodenbewuchs wie durch Naturverjüngung möglichst naturnah zu gestalten, dann ergibt sich das natürliche Waldbild mit entsprechender Alternativäsung für das Wild von selbst. Das schützt die Zielbaumarten. Natürlich erfordert das ständige forstliche Maßnahmen wie Läutern und Durchforsten, das erhält mir den Bodenbewuchs innerhalb des Waldes. Wildschäden sind meiner Erfahrung nach von forstlicher Seite auch eindämmbar. Bei einem ausgewogenen Gleichgewicht der Faktoren lassen sich Schäden durchaus vermindern und auch verhindern, natürlich immer auch in Begleitung jagdlicher Maßnahmen.

Im Winter wird auf der Kühweger Alm eine Wildfütterung betrieben. Ist das gut so und ist das gesetzlich gar vorgeschrieben? Füttern Sie auch?

Hier gibt es eine verbliebene und somit die letzte Rotwildfütterung im Bezirk Hermagor. Eine Fütterung ist natürlich immer eine Lenkungsmaßnahme die Entlastung schaffen kann, aber natürliche Ausfälle vermindert. Ich bin grundsätzlich gegen das kontinuierliche Füttern von Rotwild, füttere es auch nicht, da ich der Meinung bin, dass durch Ruhezonen der bessere Effekt erzielt werden kann.

Warum hat der Rotwildbestand so zugenommen, zumal erst 1934 nachweislich der erste Geweihträger im Gailtal erlegt wurde?

Dafür gibt es sehr viele Faktoren. Ein Motor für diesen explosionsartigen Anstieg waren natürlich die milden Winter der vergangenen Jahre. Weiteres hatten unsere Rotwildbestände keine Alters- und Geschlechterstruktur, was dazu führte, dass immer mehr weibliches Wild, Zuwachsträger der Bestände, produziert wurde – Hirschtiere können das steuern. Der Weg, den wir als Jagdbezirk gerade eingeschlagen haben, sollte eine Verminderung der Gesamtzahlen unter Berücksichtigung des Geschlechterverhältnisses und der Altersstruktur bringen! Experten bestätigen bereits erste Erfolge.

Sind solche Stöberjagden mit der Jagdethik vereinbar?

Ja, Stöberjagden sind, sofern sich die Gegend und die Revierstruktur dafür eignen, ein sehr gutes Mittel, mit möglichst kurzzeitiger Störung, einen Reduktionserfolg zu erzielen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass bei Stöberjagden erlegtes Wild keinen höheren Stresswert aufweist, als Wild, das beim Ansitz erlegt wurde. Zudem wird im Vorhinein wie im Nachhinein in den betroffenen Revierteilen nicht gejagt. Das Wild ist daher nur einer kurzzeitigen Belastung zwischen vier und sechs Stunden ausgesetzt, anstatt einer Dauerbelastung über Wochen hinweg.

Was raten Sie, um diese wenig befriedigende Situation zum Besseren zu regeln?

Das Gut Jagd, das Ausfluss aus Grund und Boden ist, muss geschützt werden, damit weiterhin und wie gewohnt, die einheimischen Jäger hier jagen können. Vielerorts ist das leider nicht mehr der Fall. Dazu müssen die derzeit herrschenden, nicht förderlichen Grabenkämpfe unter Jägern und unter Grundbesitzern beendet werden. Sowie Jagd und Grund/Boden verbunden sind, sind auch Jäger und Grundbesitzer untrennbar verbunden und es kann nur eine gemeinsame Lösung geben. Eine wäre die Schaffung von Ruhezonen, an die sich alle halten müssen. Diese wären ein großer Vorteil für das Wild, den Jäger und die Grundbesitzer. Wirtschaftlich uninteressante Gebiete würden sich dafür eignen, dort hätte das Wild Ruhe, der Jäger hat ruhiges Wild und der Waldbauer kann beruhigt sein.



Autor: GTO Redaktion
Verfasst am: 5. April 2018 um 20:41
Der Mauthner Raphael Gressel spricht offen über die Problematik© KK
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